Kaltschaum, Latex, Federkern – welche Matratze passt zu mir?

Schlaf ist Erholung für Körper und Geist. Er hilft uns, tagsüber fit und leistungsfähig zu sein, und ist wichtig für unser Wohlbefinden. Das gilt allerdings nur, wenn der Schlaf auch wirklich erholsam ist. Neben psychischen oder gesundheitlichen Faktoren spielt dabei auch das Bett eine entscheidende Rolle. Nicht ohne Grund heißt es sinngemäß: „Wie man sich bettet, so schläft man.“ Doch wie bettet man sich eigentlich richtig? Gibt es die perfekte Matratze? Die Antwort lautet: ja – allerdings nicht als allgemeingültige Lösung für alle. Denn jeder Mensch schläft anders. Entscheidend ist deshalb, ein Schlafsystem zu finden, das zu den eigenen körperlichen Voraussetzungen und Schlafgewohnheiten passt. Genau deshalb ist eine fachkundige Beratung so wichtig.
Die Komponenten eines Bettes
Ein Bett besteht grundsätzlich aus drei Teilen: Bettgestell, Lattenrost und Matratze. Das Gestell hat für die eigentliche Schlafqualität eher eine untergeordnete Bedeutung. Es erfüllt vor allem eine gestalterische und praktische Funktion. Wichtig ist, dass es stabil ist, eine gute Auflage für den Lattenrost bietet und der Matratze sicheren Halt gibt, damit nachts alles an seinem Platz bleibt. Gleichzeitig sollte man sich im eigenen Bett natürlich auch wohlfühlen. Denn auch das persönliche Empfinden spielt eine Rolle, wenn es darum geht, sich gerne hinzulegen und zu entspannen.
Die Matratze – Füllstoffe und Materialien
Grundsätzlich unterscheiden wir bei Matratzen vor allem drei gängige Typen, die sich in ihrem Kernmaterial unterscheiden: Federkern, Kaltschaum und Latex. Wir werden immer wieder gefragt, ob es das perfekte Matratzenmaterial gibt. Die klare Antwort ist: Nein. Denn – wie bereits erwähnt – Schlaf ist individuell. Um die Unterschiede besser einzuordnen, stellen wir hier die verschiedenen Materialien vor und benennen ihre jeweiligen Vor- und Nachteile.
Federkernmatratze
Federkernmatratzen werden vor allem in Taschenfederkern- und Bonellfederkernmatratzen unterteilt. Grundsätzlich bestehen Federkernmatratzen aus mehreren Hundert Metallfedern. Bei der Taschenfederkernmatratze sind diese Federn einzeln in kleine Stoffsäckchen eingenäht. Bei der Bonellfederkernmatratze sind die Federn stärker miteinander verbunden und mit größerem Abstand verbaut. Dadurch entsteht mehr Luft zwischen den Federn.

Vorteile:
- Gute Durchlüftung
- Gute Wärmeableitung
- Taschenfederkern: hohe Punktelastizität – die Matratze gibt dort nach, wo Druck entsteht, und stützt andere Bereiche gezielt
Nachteile:
- Bonellfederkern schwingt stärker nach und passt sich der Körperform nur begrenzt an
Fazit: Eine Federkernmatratze eignet sich besonders für Menschen, die nachts stärker schwitzen, da sie gut durchlüftet ist und Wärme zuverlässig ableitet. Die Taschenfederkernmatratze ist dabei die hochwertigere Variante: Sie ist stabiler, passt sich dem Körper besser an als die Bonellfederkernmatratze und sorgt durch geringeres Nachschwingen und weniger Geräusche für einen ruhigeren Schlaf.
Kaltschaummatratze
Eine Kaltschaummatratze besitzt einen Kern aus aufgeschäumtem Polyurethan. Dieses Material ist geräuscharm, punktelastisch und in vielen Fällen auch für Allergiker gut geeignet. Die Bezeichnung Kaltschaum bezieht sich darauf, dass das Material im Gegensatz zu anderen Schaumstoffen bei vergleichsweise niedrigen Temperaturen aushärtet. Kaltschaum ist flexibel, leicht und vielseitig einsetzbar.

Vorteile:
- Gute Wärmespeicherung
- Geringes Gewicht
- Gute Punktelastizität
- Geeignet für Allergiker
- Flexibel und biegbar, daher gut kombinierbar mit verstellbaren Lattenrosten
- Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
Nachteile:
- Schwächere Wärmeableitung, daher nur bedingt geeignet für Menschen, die nachts stark schwitzen
- Weniger geeignet für sehr weiche Liegegefühle
- Nicht geeignet für Lattenrostabstände von mehr als 5 cm
- Nur bedingt geeignet für Menschen mit höherem Körpergewicht
Fazit: Die Kaltschaummatratze gehört zu den meistverkauften Matratzentypen. Das liegt nicht nur am Preis, sondern auch an ihren vielseitigen Eigenschaften. Sie ist häufig eine gute Wahl für Allergiker und insgesamt ein echtes Allround-Talent.
Latexmatratzen
Latex entsteht durch das Aufschäumen von Kautschuk. Dabei wird zwischen synthetischem Latex, das petrochemisch aus Erdöl gewonnen wird, und Naturlatex aus dem Kautschukbaum unterschieden. Die Herstellung von Latexmatratzen ist vergleichsweise aufwendig, was sich meist auch im Preis widerspiegelt. Latexmatratzen sind besonders punktelastisch, formstabil und gleichzeitig relativ schwer. Hochwertige Modelle verfügen über unterschiedliche Liegezonen und können den Körper sehr gut unterstützen.

Vorteile:
- Sehr gute Körperanpassung und für viele Schlaftypen geeignet – ob Rücken-, Bauch- oder Seitenschläfer
- Gute Hygieneeigenschaften und häufig gut geeignet für Allergiker
- Herausragende Punktelastizität
- Hohe Wärmeleistung durch tieferes Einsinken
- Hohe Lebensdauer bei guter Pflege
- Auch für stark verstellbare Lattenroste geeignet
Nachteile:
- Hoher Pflegebedarf, sollte regelmäßig gewendet werden
- Hohes Gewicht
- Hoher Anschaffungspreis
- Nur bedingt geeignet für Menschen, die im Schlaf stark schwitzen
Fazit: Eine Latexmatratze kann für sehr ruhigen und ausgeglichenen Schlaf sorgen, da sie Druck gut verteilt, sehr punktelastisch ist und nahezu geräuschlos bleibt. Für Menschen mit Latexallergie ist sie jedoch nicht geeignet. Der höhere Preis kann abschrecken, dafür überzeugt Latex bei guter Pflege häufig durch eine längere Lebensdauer.
Der Härtegrad der Matratze – worauf zu achten ist
Matratzen werden in der Regel mit einem Härtegrad versehen, zum Beispiel weich, mittelfest oder hart. Wichtig zu wissen: Diese Angaben sind nicht genormt und unterscheiden sich je nach Hersteller teils deutlich. Oft heißt es vereinfacht, leichte Menschen sollten eher weich und schwerere Menschen eher hart liegen. So pauschal lässt sich das jedoch nicht sagen. Eine zu weiche Matratze kann dazu führen, dass die Wirbelsäule ungünstig absinkt und Rückenschmerzen entstehen. Eine zu harte Matratze kann hingegen Druckstellen verursachen und einen unruhigen Schlaf mit häufigem Drehen und Wenden begünstigen. Gute Matratzen verfügen über unterschiedliche Zonen, etwa für Schulter, Rücken und Becken, und lassen sich dadurch besser an den Körper anpassen.
Schlafexperten empfehlen deshalb eine fachkundige Beratung und eine Lageanalyse. Erst durch eine gezielte Analyse lässt sich herausfinden, welche Anforderungen eine Matratze individuell erfüllen sollte.
Und was ist mit Boxspringbetten?
Boxspringbetten sind seit Jahren sehr beliebt. Im Unterschied zum klassischen Bett mit Lattenrost bestehen sie meist aus mehreren übereinander aufgebauten Komponenten. Die untere Ebene bildet in der Regel ein gefederter Unterbau, darauf folgt eine weitere Matratze, häufig ergänzt durch einen Topper. Das Liegegefühl wird von vielen Menschen als komfortabel empfunden, auch die Wärmeeigenschaften sind oft gut. Allerdings lassen sich Boxspringbetten meist weniger individuell anpassen als klassische Schlafsysteme mit Matratze und Lattenrost. Für Allergiker sind sie oft nur eingeschränkt geeignet. Auch bei der Haltbarkeit und bei der Verlässlichkeit von Härtegradangaben zeigen sich in Tests teilweise Schwächen.
Worauf man beim Kauf einer Matratze achten sollte
Eine Matratze sollte man nicht blind kaufen, sondern immer ausprobieren – idealerweise zusammen mit dem eigenen Kissen oder zumindest unter realistischen Bedingungen. Wer Wert auf erholsamen Schlaf legt, sollte sich beraten lassen. Denn jeder Mensch schläft anders, bringt unterschiedliche körperliche Voraussetzungen mit und hat individuelle Schwachstellen. All das sollte bei der Auswahl berücksichtigt werden. Im Allgemeinen geht man davon aus, dass eine Matratze etwa zehn Jahre genutzt werden kann, bevor ein Austausch sinnvoll wird. Außerdem ist auch der Lattenrost wichtig, denn erst die richtige Kombination aus Matratze und Unterfederung sorgt für ein stimmiges Schlafsystem.
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